Hansestadt Soest

Miniphänomenta

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Soest, 20. November 2007
Magnetismus, Pendelkräfte, Wärmeleitung – Begriffe, die für viele Erwachsene erklärungsbedürftig sind, gehörten im November 2007 für zwei Wochen zum Alltag der Kinder der Petri-Schule in Soest. Ihnen standen ausgewählte Experimentierstationen der Miniphänomenta zur Verfügung, die speziell für Kinder im Grundschulalter entwickelt worden sind.

Der Hintergrund: Landesweit fördern die nordrhein-westfälischen Arbeitgeberverbände die mathematisch-naturwissenschaftliche Bildung an Grund- und Realschulen. Knapp eine Million Euro insgesamt wird in den kommenden drei Jahren dafür aufgewandt. Dabei konzentriert sich der Unternehmensverband Westfalen-Mitte auf die besondere Förderung der MINT-Bildung an Grundschulen in seinem Verbandsgebiet. Die Abkürzung MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

„Unser Ziel ist es, wieder mehr junge Menschen für die technischen Berufe zu interessieren. Momentan steuern wir auf einen Fachkräftemangel zu, weil immer weniger Schulabgänger einen gewerblich-technischen Beruf erlernen wollen. Dabei sind die Betriebe gerade auch in unserer Region auf qualifizierte Mitarbeiter angewiesen, um die hohen Qualitätserwartungen ihrer Kunden erfüllen zu können. Schon heute braucht die Industrie dringend Ingenieure, die neue Produkte entwickeln oder schon vorhandene verbessern. Wir brauchen ebenso dringend technisch versierte und gut ausgebildete Mitarbeiter in den Betrieben, die mit den teilweise hochkomplexen Produktionsmaschinen umgehen können. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass schon Grundschüler naturwissenschaftliche und technische Zusammenhänge entdecken. Die Miniphänomenta leistet einen wertvollen Beitrag, dieses Ziel zu erreichen und die technische wie auch die naturwissenschaftliche Grundbildung der Kinder entscheidend zu verbessern. Sie fördert und fordert technisches Wissen, Neugier und Kreativität“, so Dr. Volker Verch, Geschäftsführer des Unternehmensverbandes Westfalen-Mitte.

Aus diesem Grunde habe man sich gemeinsam mit den anderen südwestfälischen Arbeitgeberverbänden in Hagen, Iserlohn, Lüdenscheid, Olpe und Siegen sowie Dortmund dazu entschlossen, fünf dieser Experimentierfelder zu finanzieren. Organisiert und koordiniert wird das Projekt von der Landesvereinigung der Arbeitgeberverbände NRW (Arbeitgeber NRW) in Düsseldorf.

Bei der Miniphänomenta handelt es sich um 52 kindgerechte Experimente für den Schulflur und die Klassenzimmer, die von der Universität Flensburg unter der Leitung von Prof. Dr. Lutz Fiesser entwickelt und wissenschaftlich erprobt wurden. Zwei Wochen machen die Kinder in den Grundschulen direkte sinnliche Erfahrungen und entdecken so spielerisch naturwissenschaftliche Phänomene. Ein entscheidendes Instrument der Miniphänomenta liegt in einer intensiven Lehrerfortbildung, die ebenfalls von den Arbeitgeberverbänden finanziert wird. Sie hat zum Ziel, das nötige Fachwissen zu vermitteln und die pädagogischen Konzepte der Miniphänomenta für den Unterricht zu erproben.

Damit auch die nachrückenden Schülerinnen und Schüler von der Ausstellung profitieren können, werden den Schulen Baupläne der einzelnen Experimentierstationen zur Verfügung gestellt. Anhand dieser Pläne können Lehrkräfte und Eltern die Stationen nachbauen. Verch: “Die Arbeit wird sich im Sinne der Kinder lohnen, denn der Nutzen der Miniphänomenta ist unbestritten: Sie gibt den Kindern die Möglichkeit, sich bereits im Grundschulalter ein sicheres und tragfähiges Fundament für naturwissenschaftlich-technische Bildung zu schaffen.“

  1. Weitere Informationen unter www.miniphaenomenta.de und www.bildungswerk-nrw.de.